Berufsunfähigkeitsversicherung

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So wird über BU-Leistungen entschieden

Wie entschieden die BU-Versicherer über die Leistungsanträge ihrer Kunden? Und auf welche Rechte der Versicherungen müssen sich BU-Kunden einstellen? Dies zeigt eine Grafik.

 

70% - Leistungsantrag anerkannt

11% - Kein Versicherungsfall (z.B. Grad der BU unter 50%)

11% - Leistungsantrag nicht weiter verfolgt (z.B. Kunde meldet sich nicht mehr,

             Kunde genesen)

●   7% - Verletzung vorvertraglicher Anzeigepflicht

 

Wie hoch ist die Leistungsquote?

Ein häufiger Einwand gegen den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist die Annahme, der Versicherer werde versuchen, sich im Fall der Fälle seiner Zahlungspflicht zu entziehen. Ist das so?

 

Immer wieder ist davon zu lesen, dass Versicherer Anerkenntnis-Verfahren im Bereich Berufsunfähigkeit teilweise über Jahre verschleppen würden, um so die Leistungserbringung zu verzögern oder gar zu verhindern.

Doch tatsächlich werden drei von vier BU-Anträgen anerkannt, stellte eine Studie der Ratingagentur Franke & Bornberg fest. Die Leistungsquote der BU-Versicherer sei damit höher als in der gesetzlichen Rentenversicherung, wo nur jeder zweite Antrag auf Erwerbsminderungsrente erfolgreich ist.

Allgemein sind die Kriterien für die Erwerbsminderungsrente, die für nach 1961 geborene Arbeitnehmer gilt, wesentlich strikter. So wird diese beispielsweise lediglich gezahlt, wenn der Arbeitnehmer aufgrund seiner Krankheit oder Behinderung lediglich drei Stunden täglich arbeiten kann - unabhängig von seinem Beruf. Kann ein Arzt also einen Job als Hausmeister annehmen, wird seitens der Rentenkasse keine Leistung erbracht. Eine gute BU-Versicherung - die auf eine abstrakte Verweisung verzichtet - stellt indes nur auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit ab. 

Auch eine jahrelange Verschleppung von Leistungen, wie in einigen Medien oftmals erwähnt, kann durch die Franke & Bornberg-Studie entkräftet werden: 168 Tage braucht ein Versicherer im Durchschnitt, um zu festzustellen, ob ein Versicherungsfall und damit Leistungspflicht vorliegt - 2013 waren es noch 171 Tage gewesen. Anzeichen für eine systematische Verschleppung konnte die Ratingagentur dabei nicht feststellen.

 

Die besten Gründe für eine Risikovorabanfrage

Berufsunfähigkeitsversicherung: Warum eine Risikovorabanfrage wichtig ist und wie unterschiedlich Zuschläge und Leistungsausschlüsse ausfallen können.

 

Wer sich gegen die Folgen einer Berufsunfähigkeit absichern will, sollte die Möglichkeit zur anonymen Risikovorabanfrage nutzen. Ziel dieser Anfrage ist, festzustellen, unter welchen Voraussetzungen Versicherungsschutz angeboten werden kann. Denn bei Erkrankungen, die bereits vor Vertragsabschluss bestehen (Vorerkrankungen), behalten sich Versicherer Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse vor.

 

Spezialist gefragt

Die Annahmerichtlinien der Gesellschaften sind durchaus sehr unterschiedlich. Der Makler, der die Risikovorabanfrage durchführt, sollte über ausreichend Erfahrungen in dem Gebiet verfügen. Schon kleine Formulierungen und wichtige Ergänzungen können den Monatsbeitrag beeinflussen.

 

Beispiel Asthma

Wie unterschiedlich die Bewertungen und Folgen von Krankheitsbildern bei Versicherern ausfallen, zeigt das Beispiel Asthma. Die zu versichernde Person nimmt jeden Abend Medikamente und lässt regelmäßig Lungenfunktionstests durchführen. Über eine Vorabanfrage wurden Ergebnisse eingeholt:

Während ein Versicherer nur einen Risikozuschlag von 10 Prozent erhob, kamen bei anderen Anbietern noch Leistungsausschlüsse hinzu. Andere Versicherer verzichteten auf einen Risikozuschlag und wollten stattdessen Leistungsausschlüsse bei entzündlichen und allergischen Erkrankungen der Atmungsorgane vereinbaren. Auch eine Kombination von Leistungsausschluss und Risikozuschlag ist möglich. Ein Versicherer erhob sogar einen Risikozuschlag von 50 Prozent.

 

Deutsche unterschätzen Risiko

Die Absicherung der Arbeitskraft ist in Deutschland nicht weit verbreitet. Nur 17 Prozent verfügen über entsprechenden Schutz, so eine aktuelle Studie. Ein Grund:

Deutsche unterschätzen ihr Risiko, nicht mehr voll arbeiten zu können massiv.

 

Wenn es um das Thema Einkommensabsicherung geht, scheint ein Großteil der Deutschen eher auf ein wohlmeinendes Schicksal als auf einen hinreichenden Versicherungsschutz zu setzen: Denn in puncto Berufsunfähigkeit hinken die Deutschen im internationalen Vergleich stark hinterher: Nur 17 Prozent haben eine Versicherung gegen den finanziellen Ausfall aufgrund von Erwerbs- und Berufsunfähigkeit abgeschlossen – damit ist Deutschland in dieser Statistik klares Schlusslicht und liegt weit hinter asiatischen Staaten wie Malaysia (63 Prozent) und Hongkong (62 Prozent) zurück.